Als mir Verena Ende 2013 mit der Idee kam doch mal nach Mallorca zu fliegen war ich wenig begeistert. Mallorca war in meiner Wahrnehmung verbunden mit Ballermann, Party und Komasaufen. Dinge, die ich (bis vielleicht auf den Ballermann) auch daheim haben kann (wenn ich es denn wollte). Von Urlaub erwarte ich aber beeindruckende Landschaften, erholsame Ruhe und historisch-architektonisch interessante Kultur. Etwas, was ich mit Mallorca nicht in Verbindung bringen konnte. Doch ich war im Irrtum.

Natürlich hat sich meine Frau, die direkt nach ihrem Abitur schon mal auf der Mittelmeerinsel Urlaub gemacht hat, am Schluß durchgesetzt. 😉 Also sind wir im April 2014 auf die spanische Baleareninsel geflogen. Zu einer Jahreszeit, in der ich Verena nicht ständig nörgelnd wegen der Hitze in den Ohren liege, und in der wir damit rechnen konnten, dass man sich auf der Insel nicht vorkommt wie ein Thunfisch in der Dose. Und wir sollten mit unseren Annahmen recht behalten. Für mich dann doch überraschend war, dass sogar das Schwimmen im Mittelmeer schon angenehm möglich war.

Ja, das Meer. Ich bin ja (meinen Eltern sei Dank) in meiner Jugend viel gereist, aber unsere Ziele lagen meist auf oder nördlich unserer deutschen Breitengrade. Daher kannte ich dieses satte Blau des Meeres nur von Fotos. In mir reifte schnell die Erkenntnis, dass selbst das beste Foto nicht diese Färbung des Meeres wiedergeben kann; dass man es selbst gesehen haben muss. Dieses Leuchten in Verbindung mit der südlichen Sonne, die gefühlt ganz anders ist, als man aus Deutschland gewohnt ist (und auch für den Fotografen ganz andere Möglichkeiten eröffnet).

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Weit genug weg von Ballermann und Partymeilen hat mich nicht nur das Meer überrascht. Auch die Landschaft hat ihren Reiz, wenn sich auf der Fahrt über etwas abseits gelegene Straßen hinter jeder Biegung ein neues Bild bietet. Leider meist an solchen Passagen, an denen es keine Haltebuchten gibt, wo man für ein Foto anhalten könnte (aber das ist wohl Murphy’s Law). Durch den Ruf der Insel als Feierurlaubsziel war in meiner Wahrnehmung gar kein Platz für die Naturschönheiten Mallorcas. Sei es im Landesinneren oder an der Küste.

Unter anderem die Kirchen künden von dem reichen historischen, kulturellen Schatz der Mallorquiner. Ich war in mehreren sakralen Bauten, habe sie fotografiert (wie hier zu sehen) – und habe bei Anderen vor verschlossener Pforte gestanden, die sicher ebenfalls einen Besuch wert gewesen wären. Wir waren in Ausgrabungsstätten der Talaiotkultur und in den großartigen Gärten und Räumen der Villa Jardines de Alfabia, die ihren Ursprung noch in einem maurischen Anwesen hat. Das hat mich überzeugt: Mallorca hat eine Kultur, die älter und reicher ist als der Ballermann. 🙂

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Wäre meine Frau nicht gewesen, hätte ich vielleicht nie im Leben die Landschaften und Kulturschätze Mallorcas gesehen. Was zu der Erkenntnis führt, dass man sich nicht von Vorurteilen leiten lassen sollte und sich besser selber ein Bild vor Ort macht. Wenn ich Mallorca nicht besucht hätte, hätte ich sicher etwas verpasst. Und die Insel hat sicher noch so viele Ecken zu bieten, die wir noch nicht erkundet haben, dass sich eine weitere Reise lohnen würde.

Eine Erinnerung, die ebenfalls bleibt und bei unseren Überlegungen noch mal nach Mallorca zurück zu kehren Gewicht hat, ist die Reisebegegnung mit Bob Dooley. Schon am ersten Abend auf Mallorca sind wir über die „Texas Bar“ gestolpert und dort an der Theke hängen geblieben. Auch, weil dort Live-Musik angesagt war – und zwar Country Music (wovon ich bekennender Fan bin). Und diese Livemusik machte Bob, den wir auch die folgenden Tage noch mehrfach hören durften, bis man dann in seinen Pausen gemeinsam am Tisch saß. 🙂

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Ja, Mallorca ist eine Reise mehr. Mindestens. Denn es sind noch einige Ziele offen, die ich gerne auf Mallorca besuchen und sehen möchte. Nicht nur Kirchen, auch von der Landschaft würde ich noch mehr entdecken. Denn anders als 2014 würde ich heute gerne mehr zu Fuß machen. Vor einigen Tagen bin ich eher zufällig über die Wandertipps von Bruder Leichtfuss gestolpert, der mir damit Lust macht mir die Insel in Teilen selbst zu erwandern. Dieses Jahr wird das wohl noch Nichts, aber ich bin sicher: Mallorca, wir sehen uns noch mal wieder! 🙂


Edith sagt am 28.04.2016: Da sich dieses Jahr schon Vieles geändert hat und wir noch spontaner geworden sind, geht es am 01. Mai 2016 doch noch mal für eine Woche nach Mallorca. Wir freuen uns auf neue Entdeckungen der Talayot-Kultur und mehr Erlebnisse. Für Ideen und Vorschläge, was wir uns anschauen sollten, sind wir natürlich offen und dankbar 😉

One thought on “Warum ausgerechnet Mallorca!?”

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