Hagen. Wir sind weiter unterwegs. Voran. Auch wenn der Weg durch die Depression führt und die Reise sich stark um einen selbst dreht. Aber gerade deswegen ist sie ein Abenteuer mit oft überraschenden Erkenntnissen. Eine Erkenntnis der letzten Tage ist für mich, dass ich erst mal gar nicht so viel Zeit in Großstädten verbringen möchte.

So schön Edinburgh auch ist – nach drei Tagen war ich in diesem Sommer mit ihr fertig. Es lag nicht an der grau-grünen Schönheit mit ihrem historischen Charme und der Lebhaftigkeit während des Fringe-Festivals, sondern (wie soll es auch anders sein) an mir. Zuviele Eindrücke auf engstem Raum reihten sich aneinander, aber vor allem die vielen Menschen zehrten an meinen Nerven. Ich war letztendlich überfordert und habe mich nach Ruhe, Natur und Einsamkeit gesehnt.

Ja, eine Reise kann anstrengend sein. Besonders, wenn man immer noch unter Depressionen leidet. Auch wenn wir in den Tagen in Edinburgh darauf geachtet haben auch immer Räume für uns zu haben – wie die ruhige Zeit auf Calton Hill, mein alleiniger Spaziergang zum Hafen von Leith, während Verena geschlafen hat, und unsere Wanderung auf den Salisbury Crags –  hat der Gang durch die volle City am letzten Spätnachmittag und die Rückreise uns doch Kraft gekostet. So viel Kraft, dass ich schlußendlich nicht mehr in der Lage war auf mich selber, mein Herz und mein Bauch zu hören – und die Untertöne in der Sprache des Partners nicht mehr richtig wahrzunehmen und zu deuten vermochte.

Ohne Frage war es wieder ein toller Kurzurlaub mit vielen schönen Momenten und dem Royal Edinburgh Military Tattoo als Höhepunkt. Doch am letzten Nachmittag kam schon der Gedanke, dass man jetzt am liebsten die Stadt hinter sich lassen und in die (einsamen) Highlands starten würde. Das führt zu zwei Erkenntnissen: Zum Einen, dass ich wieder bzw. stärker auf mich selber aufpassen sollte; zum Anderen, dass es sicher eine tolle Idee ist unterwegs zu sein, wenn man der Natur den Vorzug gibt.

Wir wollen ja auch nochmal nach Amsterdam – aber ich glaube da fahren wir lieber wieder ans Meer und nur für einen Tag in die Stadt. Ich bin sicher, dass ist nicht nur gut für mich, sondern auch für meine Frau – und damit für uns. 😉

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