Ich gebe es ja zu: ich war bislang ein verwöhntes Balg, was den Umgang mit Sprache angeht. Kaum ein Ziel, wo nicht Deutsch oder zumindest Englisch gesprochen wurde. Da auch mein Französisch nicht schlecht ist, erlebte ich bislang immer den Luxus, dass ich verstanden wurde und mir keine sonderliche Mühe geben musste, mit den Menschen am Urlaubsort in Kontakt zu treten.

Mit diesem guten und sicheren Gefühl im Gepäck flog ich dann Anfang Februar mit meinem Mann nach Spanien und….geriet unversehens an meine Grenzen. Anfangs konnte ich es gar nicht fassen. Ein Rezeptionist, dessen Englisch so schlecht ist, dass man es kaum versteht? Ein Kellner, mit dem man sich nur mit Händen und Füßen unterhalten kann? Im vereinigen Europa? Ich stand unter Snob-Schock. Wieso konnten sich die Typen nicht meinem Urlaubersprachdasein anpassen?

Bis mir dann aufging, dass ich mich benehme wie ein Reiseklischee auf zwei Beinen. Wie ein empörte Horizontlose. Wie ein fauler Sack.

Sprache ist ein Mittel, um Wissen über ein gemeinsames Zeichensystem auszutauschen, Bildung zu ermöglichen und Verständigung emotionaler Art zu gewährleisten. Und wenn der spanische Kellner kein Deutsch spricht – wieso lerne ich dann kein Spanisch? Wieso mich darauf ausruhen, dass mir gelebte Welt durch Zufall zufällt, wenn ich sie doch selbst gestalten und mitteilen kann?

Lange Rede, kurzer Sinn: ich lerne jetzt seit 2 Monaten Spanisch und es gefällt mir. Aprendo Espanol desde dos meses y me gusto. Und wenn ich mich einigermaßen sicher fühle, dann will ich endlich mal mein Niederländisch aufpolieren, das über patat mit frietsaus und als u blieft nicht hinausgeht. Und Italienisch, ach, Italienisch wäre auch schön, wenn man dann schon mehrere romanische Sprachen spricht….

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