Als ich 1993 das erste Mal, damals noch mit meinen Eltern, nach Schottland geflogen bin, war ich von den vielen Eindrücken überwältigt. Die Tage in Edinburgh mit seinem eindrucksvollen Castle, die Zeit in den Lowlands mit seinen schönen Abbeys und dem interessanten Abbotsford House, die Tour durch die Highlands mit Stationen in Aberdeen, Inverness und Ullapool. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir unsere abendliche Autofahrt durch die Scottish Borders, über schmale Straßen, während sich der Nebel über die Hügelkuppen legte und langsam ins Tal kroch. Ebenso unsere eher zufällige Entdeckung einer Festung, faktisch im Nichts, die vor allem meinen Vater und mich so beeindruckt hat, dass wir bei jedem Gespräch über Schottland wieder auf diesen „Stronghold“ zu sprechen kommen.

Im Sommer 2015 habe ich es dann endlich wieder geschafft an diesen Ort zurück zu kehren. Während der Wind über das Land peitschte, die Wolken tief über den Hügeln lagen und letztendlich ein Sturzregen hernieder ging, stand ich glücklich inmitten der Elemente vor den grauen Trutzmauern von Hermitage Castle. Das Wetter hätte nicht passender sein können und die Atmosphäre, die wir hier an unserem zweiten Urlaubstag in Schottland erleben durften, offenbarte die gesamte auf den Zeugen einer langen Geschichte in einer beeindruckenden, rauen Landschaft basierende Mystik des Landes, der ich vom ersten Augenblick erlegen bin.

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Nicht nur die Landschaft und die Kultur des Landes im nördlichen Europa hat mich berührt, sondern auch die Freundlichkeit der Menschen, denen ich dort begegnet bin. Kein Autofahrer, der sich nicht an einer Engstelle mit Handzeichen bedankt hat. Kein Guide an einer der Sehenswürdigkeiten, der nicht die freundliche und interessierte Unterhaltung gesucht hätte. Unsere zuvorkommenden Gastgeber in unserer nostalgischen Unterkunft in Galashiels. Auch der Schotte aus Stirling, der mir nicht nur wegen seines (kaum verständlichen) Akzents in Erinnerung bleiben wird, nachdem er uns in einem Lokal in Edinburgh ansprach und in ein Gespräch verwickelte.

Edinburgh, die schottische Metropole, zählt für mich zu den schönsten Städten der Welt und hat sein ganz eigenes Flair. Unaufgeregt, in sich ruhend – und auch hier der spürbare Atem einer langen und wechselvoll-faszinierenden Geschichte. Trotzdem sehr lebendig mit reichhaltigem Kulturangebot. Wenn ich jemals in einer Großstadt leben müsste, dann wäre Edinburgh auf jeden Fall ganz oben auf der Wunschliste. Daher gab es bei mir bisher auch kein Urlaub in Schottland ohne ein Besuch in dieser Stadt, bei denen ich immer etwas Neues entdecke. 1993 zum Beispiel der erste Besuch auf Edinburgh Castle, 1997 unter anderem der Observatory Hill und 2015 zum ersten Mal die Aussicht von Calton Hill.

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Auch für etwaige weitere Besuche weiß ich schon, welche neuen Ziele ich in Edinburgh ansteuern möchte. In erster Linie stände eine Wanderung auf Arthurs Seat auf dem Plan, um von dort droben einen Blick über die Stadt schweifen zu lassen. Auch ein Besuch in St. Giles und in einigen Museen der Stadt stehen noch auf der Wunschliste. Langweilig würde es mir in Edinburgh wohl auf mehrere Jahresurlaube nicht werden.

Der Höhepunkt unseres Sommers 2015 in Edinburgh war das Edinburgh Military Tatoo auf dem Platz vor Edinburgh Castle. Eine großartige und atemberaubende Show der besten Drums & Pipe Bands (und nicht nur dieser) der Welt, die letztes Jahr sein 75. Jubiläum feierte. Dort mal dabei zu sein war schon lange unser Traum, den wir uns dann 2015 erfüllt haben. Mit den Worten, dass das ein Event ist, das man einmal besucht – nur um noch während der Vorstellung zu beschließen, dass wir zwar das erste, aber sicher nicht das letzte Mal dabei waren.

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Ein Gedanke und Vorhaben, den wir voraussichtlich schneller umsetzen werden, als damals gedacht. Denn auch mein Vater, der ebenso von Schottland begeistert ist wie ich, träumt schon lange davon einmal das Tatoo zu erleben. Dieses Jahr wird er Siebzig und ich denke, dass das ein guter Zeitpunkt ist, um ein paar Tage sein Büro zu schließen und sich diesen lang gehegten Traum zu erfüllen. Gemeinsam mit uns.

Während meine Eltern nach einigen Tagen Edinburgh wieder nach Hause fliegen, werden Verena und ich (nach aktueller Planung) noch weitere Tage in Schottland bleiben. Ergo geht es jetzt erst mal für eine Woche nach Andalusien und dann steigen wir voll in die Planung ein. Ich freue mich schon auf eine weitere Reise durch mein atemberaubendes, überwältigendes, geliebtes Schottland.

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