Jahrelang haben wir davon geträumt das Royal Edinburgh Military Tattoo zu besuchen. Einen Traum, den wir uns 2015 erfüllt haben. Das ist, wie wir uns gesagt haben, ein Event, das man einfach einmal im Leben gesehen haben sollte. Soweit zur Theorie, denn die Show war noch nicht zehn Minuten im Gange, als wir uns anschauten und fragten, wann wir das nächste Mal hinfahren. Was wir dann im folgenden Jahr, 2016, direkt auch nochmal gemacht haben. Mit großer Sicherheit werden wir irgendwann auch ein drittes Mal dabei sein.

Das Wort „Tattoo“ kommt vom englischen Wort für „Zapfenstreich“, denn hier geht es primär um Militärmusik. Vornehmlich schottische Militärmusik natürlich, was vor allem die Liebhaber von Dudelsäcken und Trommeln begeistert. Aber auch andere Musikgruppen, Tanzvorführungen und andere Showacts sind heute Bestandteil des Tattoos. Auch wenn die meisten Teilnehmer dem britischen Militär angehören sind auch immer viele Gastgruppen aus dem Ausland dabei.

Das größte Musikfestival Schottlands findet jedes Jahr auf dem großen Platz vor dem Edinburgh Castle statt und dauert ungefähr 1,5 Stunden. Es lohnt sich pünktlich zum Öffnen des Einlaßes dort zu sein, um entspannt seinen Platz zu suchen und bei der Anmoderation dabei zu sein. Der Einlaß erfolgt für die Menge an Menschen überraschend gesittet und schnell. Wenn man dann seinen Platz hat, hört man schon den Moderator, der die Gäste begrüßt und einige Infos über die Show unter die Leute bringt. Zudem fungiert er auch als Einheizer, wenn er anfängt die im Publikum vertretenen Nationalitäten aufzurufen, was entsprechend mit Jubel der Angesprochenen beantwortet wird.

Wir hatten beim ersten Mal Sitzplätze im unteren Drittel genau gegenüber dem Castle. Erst dachten wir, dass wäre die optimale Sitzposition – was natürlich nicht der Fall war. Sie waren gut, aber unsere Plätze beim zweiten Mal waren besser. Da saßen wir in der obersten Reihe in der Kurve der U-förmigen, zum Castle hin offenen Tribüne. Unsere Befürchtungen, dass man von so weit oben wenig sieht war falsch, zumal man dort ja nicht die einzelnen Gesichter, sondern die Formationen sehen möchte. Man hatte einen tollen Blick auf das Castle, das als mit Lichtshow in Szene gesetzte Leinwand fungiert, aber auch auf die Zugänge unter dem geschlossenen Bereich der U-Form. Genau diese Zugänge hatten wir von unseren Sitzplätzen im ersten Jahr nicht im Blick.

Die Sitzplätze in der obersten Reihe auf der Tribüne hatten einen weiteren Vorteil: sie liegen direkt unter der Technikempore. Während wir 2016 auf den Einlaß warteten begann es zu regnen und auf unseren Plätzen stellten wir fest, dass die oberste Reihe durch die Technikempore weitgehenst vor dem Regen geschützt war. Trotzdem waren wir froh, dass pünklich zum Beginn der Show der Regen aufhörte. Aber für uns steht fest: Nächstes Mal wieder ganz oben in der Kurve.

Die Bestellung der Karten sollte man frühzeitig online machen, denn die Show ist so gut besucht, dass man schon Glück haben muss, um noch vor Ort Tickets zu ergattern. Der Kartenverkauf startet jedes Jahr im November vor dem Tattoo – und zwar hier: Tickets. Leider konnten meine Eltern aus gesundheitlichen Gründen 2016 nicht mitkommen, so dass wir in Edinburgh zwei Karten übrig hatten. Ein Schwarzverkauf ist (sinnvollerweise) verboten, aber man kann sie über den Shop des Tattoos wieder veräußern. Man gibt sie dort ab und wenn sich Käufer finden (was sehr wahrscheinlich ist), dann erhält man das Geld abzüglich einer akzeptablen Bearbeitungsgebühr aufs Konto überwiesen.

Apropos Geld: Während der Zeit des Tattoos findet in Edinburgh auch ein riesiges Straßenfestival statt. Klar, dass die Stadt dann voll ist, was sich auch auf die Hotelbuchungen niederschlägt. In dem Zeitraum sind die Übernachtungspreise höher als sonst. Es empfiehlt sich daher auch frühzeitig (möglichst direkt nach Buchunge der Tickets im November des Vorjahres) darum zu kümmern.

Jedes Jahr steht das Royal Edinburgh Military Tattoo unter einem anderen Motto, nach dem sich dann auch die ausländischen Gäste richten, wie zum Beispiel China oder Kuwait. Auch wenn entsprechend des Mottos das Programm und die gespielten Titel jedes Jahr wechseln, gibt es natürlich auch Traditionen. Diese betreffen vor allem den Schluß der Veranstaltung, bei dem sich erst Alle von den Sitzen erheben und „God save the queen“ anstimmen. Zur Verabschiedung erklingt jedes Mal der Titel „Auld long syne„.

Mehr Informationen findest Du auf der Webseite der Veranstaltung hier und einen Eindruck von unserem zweiten besuchten Tattoo findest Du im Video hier. Im Jahr 2016 hatte ich auch meine Kamera mit dabei:

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