Was für uns in Edinburgh die Grünfläche auf dem Calton Hill ist, ist in Lissabon der Tropical Botanical Garden im Stadtteil Belém. Ein Ort in einer großen Stadt, an dem man zur Ruhe kommen kann. Schon bei unserem ersten Besuch im April 2017 haben wir uns dort einen Nachmittag lang entspannt und bei unserem zweiten Lissabon-Trip haben wir sogar noch mehr Zeit dort verbracht, um einfach die Seele baumeln zu lassen. Auch wenn man die Geräusche der Großstadt dort immer noch hört, so sind sie doch von den Bäumen und Büschen gedämpft, während man zu den Füßen der Palmen liegen und in Büchern schmöckern kann.

Der Park bietet auf einer Fläche von etwa 7 Hektar über 600 Arten von exotischen Bäumen und Pflanzen aus den verschiedensten tropischen Regionen der Welt, vornehmlich aus den früheren portugiesischen Kolonien. Daher wird der aus dem Jahr 1906 stammende Park auch „Colonial Garden“ genannt. Daran erinnern auch die vielen Büsten von afrikanischen Stämmen, die – neben anderen Statuen – im Park zu finden sind.

Bei seiner Eröffnung muss der Park eine richtige Augenweide gewesen sein. Heute ist jedoch leider teilweise etwas heruntergekommen und man merkt an vielen Stellen den Unterhaltungsrückstau. Wobei das, zum Beispiel beim alten Gewächshaus, auch einen eigenen Charme hat. Wir hatten aber bei unserem zweiten Besuch im August 2017 das Gefühl, dass etliche Gärtner unterwegs sind, um diese Mängel zu beheben – was natürlich noch einige Zeit dauern dürfte. Eine Investition, die sich bei diesem Juwel mit Potential aber auf jeden Fall lohnt.

Daher lohnt es auch den Park mit einem Besuch finanziell zu unterstützen. Er ist nur tagsüber zugängig und der Eintritt kostet für einen Tag 2,00 €.  Da das frühere Cafe im Park leider geschlossen ist, kann man hier weder Essen noch Trinken kaufen und sollte dieses mitbringen. Wenn wir aber noch mal kurz aus dem Park raus sind, damit wir um die Ecke noch ein paar Pastéis de Belém kaufen konnten, hat man uns übrigens immer so reingelassen, da wir ja den Tageeintritt schon entrichtet hatten.

Apropos Essen: Im Park laufen auch Vögel frei rum. Pfaue, Enten und Hühner. Diese haben im Laufe der Evolution scheinbar die Fähigkeit entwickelt Essen bis in die hinterste Ecke des Parkes zu spüren. Denn wir hatten kaum die Essensverpackung in der Hand, da kam schon der erste Pfau hinter dem nächsten Busch hervor. Bald watschelten die Enten heran und wagten immer wieder einen Vorstoß. Bis dann bei uns die Hühner kamen, der Hahn klar machte, dass er der Boss ist, während die Henne eher uninteressiert tat. Und dann kam die Invasion der Kücken, die sich auf jeden Krümmel warfen und auch keine Scheu hatten über uns drüber zu laufen.

Ergo: Selbst in dieser ruhigen Idylle ist für Unterhaltung gesorgt. 😉

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